Buchzusammenfassung: Die Sieben Wege zur Effektivität

In dem Klassiker „7 Habits of Highly Effective People“  von Dr. Steven R. Covey beschreibt der Autor sieben Gewohnheiten von extrem effektiven Menschen.

Den Titel der deutschen Übersetzung „Die Sieben Wege zur Effektivität“ finde ich etwas unglücklich, weil er suggerieren könnten, dass es sich um sieben verschiedene Wege zur Effektivität handeln würde. Im Buch geht es aber um „7 Habits“, also sieben Gewohnheiten, die private, berufliche und zwischenmenschliche Effektivität zur Folge haben.


Die Grundlagen

Die „Sieben Wegen zur Effektivität“ bilden einen auf der Charakterethik beruhenden Zugang zur persönlichen, beruflichen und zwischenmenschlichen Effektivität von Innen nach Außen.

Charakter-Ethik vs Image-Ethik

Die Charakter-Ethik basiert auf grundlegenden Prinzipien zum effektiven erfolgreichen und nachhaltig glücklichen Leben. Die Prinzipien der Charakterethik sind – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – Integrität, Loyalität, Mut, Ehrlichkeit, Fairness, Freundschaft, Solidarität, Respekt, Beitrag zum Gemeinwohl, Wachstum, Leistung, Geduld, Motivation, Verständnis, Mitgefühl. Steven R. Covey nennt diese Prinzipien auch „Leuchtturm-Prinzipien“, denn es sind Richtlinien für menschliches Verhalten mit anhaltenden beständigen Wert. Sie basieren auf tiefen fundamentalen Wahrheiten mit universeller Anwendbarkeit. Sie sind zeitlos, selbstverständlich, universell und unabhängig von Nationalität, Geschlecht, Alter und ethnischer Zugehörigkeit. Ist ein erfülltes Leben, das auf gegensätzlichen Prinzipien wie Ungerechtigkeit, Betrug, Niedertracht, Rücksichtslosigkeit beruht, langfristig möglich?

Die Image-Ethik hingegen konzentriert sich auf das Image, d.h. auf die Außenwirkung. Erfolg ist die Verkörperung der Außenwirkung. Positives Denken, Tools & Techniken stehen im Fokus. Diese Aspekte sind dem Erfolg zwar zuträglich, jedoch handelt es sich nicht um primäre, sondern um sekundäre Merkmale. Eine reine Konzentration auf diese Aspekte ist daher nicht dauerhaft und grundlegend.

Effektivität und Effizienz

Der Unterschied zwischen Effektivität und Effizienz kann mit folgenden zwei Merksätzen zusammengefasst:

Effektivität = „Die richtigen Dinge tun“
Effizienz = “ Die Dinge richtig tun“  

Bei Effektivität ist das WAS der Fokus. Die richtigen (= wichtigen) Dinge machen und das Ziel erreichen.  

Bei Effizienz ist das WIE der Fokus. Die Dinge richtig und mit dem geringsten Aufwand machen.

Das Reife-Kontinuum

Die sieben Effektivitäts-Gewohnheiten ebnen uns den Weg zur persönlichen und sozialen Effektivität. Im Einklang mit den natürlichen Gesetzen des Wachstums durchlaufen wir drei Stufen im Reife-Kontinuum.

1. Abhängigkeit (Dependenz): DU sorgst für mich, indem du die Verantwortung für mich übernimmst.

2. Unabhängigkeit (Independenz): ICH sorge für mich, indem ich die Verantwortung für mich übernehme und selbständig bin.

3. Wechselseitige Abhängigkeit (Interdependenz): WIR sorgen gemeinsam für uns/etwas, indem wir unsere Talente und Fähigkeiten zusammenlegen und gemeinsam etwas Größeres erreichen.

Abhängige Menschen brauchen andere, um zu bekommen, was sie wollen. Unabhängige Menschen können durch ihr eigenes Handeln, das bekommen, was sie wollen. Wechselseitig abhängige Menschen kombinieren ihre eigenen Bemühungen mit denen anderer, um zu größeren Erfolg zu gelangen.

Unabhängigkeit wird in der Persönlichkeitsentwicklung zum Teil fast schon vergöttert. Daneben erscheinen Kommunikation, Teamarbeit und Kooperation wie geringere Werte. Natürlich ist Unabhängigkeit besser als einseitige Abhängigkeit, da wir in einseitigen Abhängigkeitsverhältnissen kontrollierbar und manipulierbar sind. Jedoch ist Unabhängigkeit nicht das Ende in der Entwicklung im Reife-Kontinuum.

Unabhängigkeit ist die Voraussetzung für echte produktive und synergetische Interdependenz (wechselseitige Abhängigkeit). Unabhängige Menschen, die nicht die Reife haben interdependent zu denken, können gute Leistungen erbringen, jedoch werden sie nicht gut in Teams und Organisationen wirken können. Mit dem Paradigma der Unabhängigkeit wird man in einer hochgradig interdependenten Wirklichkeit zwangsläufig an seine Grenzen stoßen.

Das Konzept der Interdependenz ist ein sehr viel reiferes Konzept, denn einerseits bin ich selbstständig und andererseits erkenne ich, dass ich mit anderen noch viel mehr erreichen kann. Indem ich mich sinnvoll bei anderen einbringe, habe ich Zugang zu den unermesslichen Ressourcen und dem Potential anderer Menschen.

Abhängige Menschen können allerdings nicht einfach per Abkürzung die Stufe der Unabhängigkeit überspringen und zur Interdependenz übergehen, denn ihnen fehlt die nötige Unabhängigkeit, um sich aus freier Entscheidung auf interdependente Beziehungen einzulassen. Indem sie die Gewohnheiten Nr. 1., 2. und 3 verinnerlichen, Charakterstärke entwickeln und private Erfolge erlangen, werden sie unabhängig. Von der Stufe der Unabhängigkeit können sie sich dann für die Interdependenz entscheiden.

Effektivität und das P/PK-Gleichgewicht

P steht für die Produktion von gewünschten Ergebnissen. PK steht für die Produktionskapazitäten. Also die Fähigkeit die gewünschten Ergebnisse zu produzieren. Um dauerhaft effektiv zu sein, müssen wir darauf achten, dass P und PK im Gleichgewicht stehen. D.h. wir müssen kontinuierlich in unser eigenes PK investieren, damit wir auch in Zukunft P ernten können.   Effektivität ist demnach das Gleichgewicht von P und PK.


Die Sieben Gewohnheiten

Privater Erfolg

1. Pro-Aktivität: Prinzipien der persönlichen Vision

Pro-Aktivität: Prinzipien der persönlichen Vision
Pro-Aktivität: Prinzipien der persönlichen Vision

Reaktives Modell vs Pro-aktives Modell

Reaktiv: Reiz –> Reaktion
Proaktiv: Reiz –> Entscheidungsfreiheit –> Reaktion

Entscheidungen werden beeinflusst durch

  • Selbstwahrnehmung
  • Vorstellungskraft
  • Gewissen
  • Unabhängiger Wille
  • Kreativität
  • Erfahrung
  • Einstellung

Pro-aktiv sein

Pro-Aktivität bedeutet mehr als nur die Initiative ergreifen. Im Gegensatz zu re-aktiven Menschen, die von äußeren Bedingungen und Gefühlen geleitet werden, beziehen pro-aktive Menschen ihren Antrieb aus ihren inneren Werten. Ihre Reaktion auf äußere Reize und Bedingungen ist eine auf Werten beruhende Wahl. Pro-aktive Menschen vermeiden re-aktiven Sprachmuster wie z.B. „So bin ich einfach…“, „Da kann ich nichts machen…“, sondern sie übernehmen die Verantwortung für das eigene Leben und versuchen ihren pirmären (direkten) und sekundären (indirekten) Einflussbereich kontinuierlich zu erweitern. 

Reaktive Sprache vs – Pro-aktive Sprache

Probleme lassen sich in drei Gebiete unterteilen:

Direkte Kontrolle:
Probleme haben unmittelbar mit dem eigenen Verhalten zu tun.
Lösung: Das eigene Verhalten ändern

Indirekte Kontrolle:
Probleme haben mit dem Verhalten anderer zu tun
Lösung: Die eigenen Einflussmethoden ändern

Keine Kontrolle:
Probleme liegen außerhalb des Einflussbereiches
Lösung: Akzeptieren und auf Einflussbereich konzentrieren

Pro-aktiver Umgang mit Fehlern

Pro-aktive Menschen erkennen, ob ein Problem direkt, indirekt oder gar nicht zu beeinflussen ist. Bei einer re-aktiven Problembeschreibung liegt das Problem immer im Außen. Der pro-aktive Zugang hingegen bewirkt Veränderung von Innen nach Außen. Man kann anders SEIN und durch Arbeit an sich selbst eine positive Veränderung im Außen bewirken. Ein pro-aktiver Mensch übernimmt, daher die Verantwortung für die Folgen des eigenen Handelns. 

Der pro-aktive Umgang mit Fehlern sieht folgendermaßen aus:

1) Den Fehler zu erkennen
2) Den Fehler zu korrigieren
3) Aus dem Fehler zu lernen

Dadurch wird jeder Fehler zu einer Erfahrung für persönliches Wachstum und zum Erfolg. Der pro-aktive Umgang mit Fehlern hat außerdem den Vorteil, dass die Qualität des nächsten Augenblicks gesteigert wird, denn nicht der Fehler hat die Macht über einen, sondern man selbst hat die Macht.     

Die pro-aktive Fähigkeit mit außergewöhnlichen Herausforderungen umzugehen, trainiert und entwickelt man bei gewöhnlichen Ereignissen des Alltags wie z.B: beim Eingehen und Einhalten von Verpflichtungen, den Umgang mit zornigen Kindern oder unzufriedenen Kunden.

2. Schon am Anfang an das Ende im Sinn haben (Zielfoto): Prinzipien der persönlichen Führung

Schon am Anfang das Ende im Sinn haben (Zielfoto) – Prinzipien der persönlichen Führung

Schon am Anfang das Ende im Sinn haben bedeutet schon mit einer klaren Zielvorstellung die Aktivitäten zu starten. Deshalb nenne ich diese Gewohnheit auch Zielfoto. Eine klares Zielfoto ist wichtig, um nicht in eine Aktivitätsfalle zu geraten und lediglich das Dringliche, ohne jedoch das Wichtige zu erledigen.

Alles wird zwei mal geschaffen

Ein wichtiger Aspekt ist, dass alles zwei Mal und in zwei Phasen erschaffen wird. Bevor etwas auf der materiellen Ebene erschaffen wird, wird es zunächst auf der gedanklichen Ebene erschaffen. Dieses Prinzip lässt sich in den unterschiedlichsten Kontexten beobachten wie z.B. beim Hausbau, der Unternehmensgründung oder der Urlaubsreise. Dieser Prozess geschieht jedoch nicht immer in einer bewussten und pro-aktiven Entscheidung.

Beim gedanklichen Erschaffungsprozess geht es um Führung und damit um Effektivität. Bei dieser Phase gilt es die Sinnhaftigkeit des Zieles zu beurteilen. Beim materiellen Erschaffungsprozess geht es um Management und damit um Effizienz. Bei dieser Phase gilt es die Art und Weise und mit welchen Aufwand das Ziel erreicht wird zu beurteilen. Es gilt also pro-aktiv das gewünschte Zielfoto für sich zu gestalten und von Anfang an die Sinnhaftigkeit des Zieles zu berücksichtigen.

Das Prinzipien-Zentrum

Eine sehr effektive Art und Weise schon am Anfang das Ende im Sinn zu haben ist, eine eigene Lebensphilosophie zu entwickeln und schriftlich zu formulieren. Die Lebensphilosophie sollte beinhalten, wer du sein und was du tun willst sowie auf welchen Werten und Prinzipien das eigene Sein und Tun beruhen soll. Mit einer Lebensphilosophie haben wir einen festen Kern. Dieser Kern bildet das Zentrum unseres Einflussbereiches und besteht aus unseren grundlegenden Paradigmen und Prinzipien. (Paradigmen = Brillengläser, durch die wir die Welt sehen)  Der Kern unserer Lebensphilosophie ist die Quelle für die vier Faktoren Sicherheit, Weisheit, Orientierung und Kraft. Diese vier Faktoren sind interdependent. Wenn diese vier Faktoren gemeinsam vorhanden und im Einklang miteinander sind und sich einander beleben, dann bilden sie das Fundament einer starken und festen Persönlichkeit mit einem ausgewogenen Charakter.

Jeder von uns hat ein Zentrum. Typische Beispiele sind die Familie, der Beruf, das Hobby, das ehrenamtliche Engagement oder eine Kombination davon. Die meisten Menschen hingegen sind überwiegend ein Spielball der verschiedenen Einflüsse in ihrem Leben. Je nach den äußeren oder inneren Umständen kann ein bestimmtes Zentrum aktiviert werden, bis die ihn zugrundeliegenden Bedürfnisse befriedigt sind. Dann wird ein anderes Zentrum zur treibenden Kraft. Auf diese Art und Weise wird dann von einem Zentrum zum nächsten Zentrum gedriftet. Dies gleicht jedoch mehr einer Achterbahnfahrt.

Das Ideal ist ein Prinzipien-Zentrum, aus dem man beständig Kraft und Energie beziehen kann. Daher empfiehlt es sich sein Leben um zeitlose, unveränderliche und korrekte Prinzipien (Charakter-Ethik) zu zentrieren, da man sich dadurch das Fundament für ein effektives Leben mit pro-aktiven Entscheidungen erschafft. Als prinzipienorientierter Mensch versuchen wir Abstand von der Emotionalität der Situation und anderen Einflussfaktoren zu wahren, um verschiedene Optionen im Hinblick auf die eigenen Prinzipien zu bewerten.    

Die Vorzüge einer prinzipienorientierten Entscheidung lassen sich wie folgt zusammenfassen:

1) Wir werden nicht von den Umständen oder anderen Leuten gelenkt. Wir wählen pro-aktiv, dass was für uns die beste Alternative ist und treffen unsere Entscheidungen bewusst und überlegt.

2) Wir wissen, dass unsere Entscheidung die Effektivste ist, da sie auf Prinzipien mit vorhersagbaren langfristigen Ergebnissen beruht. 

3) Das wofür wir uns entscheiden, trägt zu unseren wirklichen Zielen im Leben bei. Wir haben schon am Anfang an das Ende im Blick/Sinn. 

4) Da wir unabhängig sind, können wir auch effektiv interdependent sein.

5) Wir werden uns mit unserer Entscheidung wohl fühlen.

3. Das Wichtigste zuerst („First things first“): Prinzipien des persönlichen Managements

3. Das Wichtigste zuerst („First things first“) – Prinzipien des persönlichen Managements
Das Wichtigste zuerst („First things first“) – Prinzipien des persönlichen Managements

„Das Wichtigste zuerst“ ist die praktische Umsetzung der 1. und 2. Gewohnheit. Lebens- & Zeitmanagement bedeutet im Wesentlichen Prioritäten für Planung und Handlung setzen.

Vier Generationen von Zeitmanagement:

1. Generation: Notizen und Checklisten

2. Generation: Kalender und Terminplaner

3. Generation: Prioritäten bestimmen, Werte klären und Ziele setzen (lang-, mittel- und kurzfristig), Wochen- & Tagesplanung

4. Generation: Fokus auf Quadrant-II-Tätigkeiten durch Erhaltung des P/PK-Gleichgewichts  –> Beziehungen aufbauen und pflegen, persönliche Lebensgrundsätze formulieren, langfristige Planung, Trainieren, Vorbeugen, Wochen- & Tagesplanung mit Fokus auf Quadrant-II-Aktivitäten + Rollen 

Zeitmanagement Matrix nach Covey
Zeitmanagement Matrix nach Covey

Die Quadranten im Überblick

Quadrant I = Quadrant der Notwendigkeit -> wichtig und dringend Ergebnisse: Stress, Ausgebranntsein, Krisenmanagement

Quadrant II = Quadrant der Qualität -> wichtig und nicht dringend Ergebnisse: Vision, Perspektive, Ausgewogenheit, Kontrolle, wenig Krisen

Quadrant III = Quadrant der Ablenkung -> nicht wichtig und dringend Ergebnisse: Kurzfristige Orientierung, Krisenmanagement

Quadrant IV = Quadrant der Zeitverschwendung -> nicht wichtig und nicht dringend Ergebnisse: Verantwortungslosigkeit, Abhängigkeit 

Quadrant der Qualität Effektive Menschen verwenden kaum Energie für Aktivitäten aus Quadrant III und IV, da diese nicht wichtig sind. Außerdem müssen effektive Menschen nicht so viel in Quadrant I als Krisenmanager agieren, da sie die Krisen und Probleme durch ihre pro-aktive Fokussierung auf Quadrant II im Vorfeld so gut es geht vermeiden. Quadrant II ist das Herz von effektiven persönlichen Management. Die Quadrant-II-Aktivitäten sind nicht dringend, aber wichtig.

„Nein“-Sagen
Effektive Menschen, die sich Quadrant-II-Aktivitäten widmen besitzen die Fähigkeit „Nein“ zu unwichtigen Dingen zu sagen. Zeit für Quadrant-II-Aktivitäten, kann man sich nur aus Quadrant III und Quadrant IV holen, denn die dringenden und wichtigen Tätigkeiten aus Quadrant I lassen sich nicht einfach ignorieren. Sie werden aber abnehmen, sobald wir mehr Zeit in Quadrant-II-Aktivitäten investieren. Zu Beginn kann also die Zeit für Quadrant-II-Aktivitäten nur aus III und IV kommen. Im Gegensatz zu Quadrant I und III, die durch ihre Dringlichkeit auf unsere Aufmerksamkeit einwirken, benötigen wir Pro-Aktivität um an Quadrant II zu arbeiten. Um zu den wichtigen Prioritäten aus Quadrant II „Ja“ sagen zu können, müssen wir „Nein“ sagen zu recht dringlich erscheinenden Dingen.

Besser delegieren
Eine weitere Möglichkeit mehr Zeit im Quadranten der Qualität zu verbringen ist besser zu delegieren. Es gibt zwei grundlegende Arten der Delegation: die „Aufgaben-Delegation“ und die „Verantwortungs-Delegation“.  Bei der Aufgaben-Delegation (Laufburschen-Delegation) geht es um eine 1:1 Überwachung der Methoden. „Hol dies, tu das und sag mir Bescheid, wenn es fertig ist.“ 

Eine effektivere Art der Delegation ist die Verantwortungs-Delegation (Auftrags-Delegation). Bei der Verantwortungs-Delegation liegt der Schwerpunkt auf den gewünschten Ergebnissen und nicht auf den Methoden. Den Menschen wird die Wahl der Methoden überlassen. Von entscheidender Bedeutung ist ein klares gegenseitiges Verständnis von den gewünschten Ergebnissen, Richtlinien, Ressourcen, Verantwortlichkeit und Konsequenzen.

DER ÖFFENTLICHE ERFOLG

Für den öffentliche Erfolg wird effektive Interdependenz benötigt. Das Fundament effektiver Interdependenz ist wahre Unabhängigkeit. Da Interdependenz eine Wahl ist, die nur unabhängige Menschen treffen können, haben sich die ersten drei Gewohnheiten dem privaten Erfolg und damit der Erzeugung von wahrer Unabhängigkeit gewidmet. Mit dem Fundament der wahren Unabhängigkeit und dem privaten Erfolg ist nun der öffentliche Erfolg der nächste Schritt. Beim öffentlichen Erfolg stehen menschliche Interaktionen im Fokus. Im Kern geht es darum gehaltvolle, beständige, hochgradig produktive Beziehungen zu anderen Menschen aufzubauen und zu pflegen. 

Das emotionale Beziehungskonto
Wir alle wissen wie es sich mit Guthaben auf dem eigenen Bankkonto verhält. Wir nehmen Einzahlung auf das Konto vor, bauen dadurch Guthaben auf und können dann wieder Abhebungen vornehmen, wenn es nötig ist. Das emotionale Beziehungskonto ist eine Metapher, die das Vertrauens-Guthaben in einer Beziehung beschreibt. Durch Höflichkeit, Freundlichkeit, Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit können wir Vertrauensreserven aufbauen, welche wir später beanspruchen können. Wenn das Vertrauenskonto groß ist, wird die Kommunikation leichter, schneller und effektiver. Auch Fehler werden durch die emotionale Vertrauensreserven auf dem Beziehungskonto aufgewogen. Die Beziehungskonten, der Menschen mit denen wir regelmäßig den Kontakt pflegen, bedürfen regelmäßiger Einzahlungen. Folgende sechs wesentliche Einzahlungen erhöhen das Beziehungskonto.

Sechs wesentliche Einzahlungen

1. Das Individuum verstehen: ehrliche Neugierde für die Interessen und Bedürfnisse der anderen zeigen

2. Auf Kleinigkeiten achten: kleine Gefälligkeiten und Aufmerksamkeiten vollziehen und wertschätzen

3. Verpflichtungen einhalten: Versprechen und Verpflichtungen mit bedacht aussprechen und mit großer Sorgfalt einhalten 

4. Erwartungen klären: Karten offen auf den Tisch legen und die Erwartungen zu Beginn klar und deutlich formulieren

5. Persönliche Integrität zeigen: Versprechen und Erwartungen erfüllen sowie loyal gegenüber Abwesenden zu sein

6. Bei „Abhebungen“ ehrlich entschuldigen: Fehler zu machen ist eine Sache, sie nicht zuzugeben, eine andere

P-Probleme sind PK-Möglichkeiten In einer interdependenten Situation kann jedes P-Problem als eine PK-Möglichkeit betrachtet werden, dass emotionale Beziehungskonto mit Guthaben aufzuladen. Zum Beispiel, wenn Eltern die Probleme ihrer Kinder als Chance, die Beziehung aufzubauen, statt als negative und lästige Störfaktoren betrachten.

Diese Herangehensweise verändert die Interaktion zwischen Eltern und Kind völlig.

4. Gewinn-Gewinn Denken: Prinzipien der zwischenmenschlichen Führung

4. Gewinn-Gewinn Denken – Prinzipen der zwischenmenschlichen Führung
4. Gewinn-Gewinn Denken – Prinzipen der zwischenmenschlichen Führung

Gewinn-Gewinn Denken ist eine effektive Haltung der menschlichen Interaktion. Es gibt insgesamt sechs Paradigmen von menschlicher Interaktion:  

Gewinn/Gewinn: Bei dieser Einstellung werden mit Kopf und Herz immer Vorteile für beide Seiten gesucht. Es beruht auf dem Paradigma des Überfluss, welches davon ausgeht, dass genug für alle das ist und der Erfolg eines Menschen nicht auf Kosten oder Ausschluss anderer stattfinden muss.

Gewinn/Verlust: Hierbei handelt es sich um die Wettkampf-Einstellung, welche z.b. in einem sportlichen Wettkampf natürlich ihre Berechtigung hat. Das Leben ist jedoch meistens KEIN Wettkampf. Wir stehen z.B. nicht in einem Wettkampf mit unseren Kindern oder Partner. „Wer gewinnt in eurer Partnerschaft?“ ist eine alberne Frage. Wenn nicht beide gewinnen, verlieren beide.

Verlust/Gewinn: Bei dieser Einstellung handelt es sich um das Gegenteil von Gewinn/Verlust. Menschen mit dieser Einstellung fühlen sich stark, wenn sie beliebt und akzeptiert werden. Sie besitzen nicht den Mut ihre eigenen Gefühle und Überzeugen auszudrücken und zeichnen sich durch Willensschwäche und Nachgiebigkeit aus.   

Verlust/Verlust: Wenn zwei sture, ich-bezogene Individuen mit Gewinn/Verlust Einstellung aufeinander einwirken, wird das Ergebnis Verlust/Verlust. Vergeltung und Rache sind Verhaltensmuster, die dieses Paradigma kennzeichnen.  Verlust/Verlust ist die Philosophie der feindlichen Konflikte.   

Gewinn: Ein Mensch mit reiner Gewinn-Mentalität will nicht unbedingt, dass ein anderer verliert. Das ist für ihn unwichtig. Entscheidend ist, dass er dass bekommt, was er will. Der Fokus liegt darauf, die eigenen Ergebnisse zu sichern. Den anderen müssen sich alleine um ihre Ergebnisse kümmern.

Gewinn/Gewinn oder kein Geschäft: Diese Einstellung beschreibt eine höhere Form von Gewinn/Gewinn. Wenn nicht für beiden Seite angenehme Lösungen zu erkennen sind, gibt es eben kein Geschäft.

Welches ist die beste Option?

Die Antwort lautet: Es kommt darauf an. Die beste Option ist abhängig vom jeweiligen Kontext. Bei einem Fußballspiel ist z.B. Gewinn/Verlust die angemessene Einstellung. In einer interdependeten Realität ist Gewinn/Gewinn (+ oder kein Geschäft) auf lange Sicht die einzig lebensfähige Alternative.

Die Fünf Dimensionen von Gewinn-Gewinn

1) Charakter: Die Grundlage von Gewinn-Gewinn-Denken bildet der Charakter, auf dem alles andere aufbaut.

Drei Charakterzüge sind für das Paradigma des Gewinn-Gewinn-Denkens wesentlich:

Integrität: Einhaltung von Verpflichtungen (sich selbst und anderen gegenüber)
Reife: Gleichgewicht von Mut und Rücksicht
Überfluss-Mentalität: Ressourcen und Erfolge sind für alle reichlich vorhanden (Gegenteil der Mangel-Mentalität)

2) Beziehungen: Vertrauen ist die Grundlage für effektive Beziehungen. Wir benötigen Vertrauen für offenes gegenseitiges Lernen, Kommunikation und Kreativität. Das Modell des emotionalen Beziehungskontos hilft uns vertrauensvolle Beziehungen aufzubauen und zu pflegen.    

3) Vereinbarungen: Aus Beziehungen entstehen Vereinbarungen. In Gewinn-Gewinn-Vereinbarungen werden fünf Elemente explizit geklärt:

1. Die gewünschten Ergebnisse (nicht die Methoden): was zu tun ist und wann es gemacht werden soll.

2. Die Richtlinien: Spezifizierung der Parameter, innerhalb derer die Ergebnisse erreicht werden sollen (z.B. Prinzipien und Strategien). 

3. Die Ressourcen: welche menschlichen, finanziellen, technischen und organisatorischen Kapazitäten zum Erreichen der gewünschten Ergebnisse erforderlich sind.

4. Die Verantwortlichkeit: Festsetzung des Leistungsstandards und des Zeitpunktes für die Beurteilung der Ergebnisse.

5. Die Konsequenzen (gute und schlechte, natürliche und logische): was als Ergebnis der Beurteilung passieren soll.

4) Systeme

Das Problem liegt sehr oft nicht bei den Leuten, sondern im System. Wenn gute Leute in schlechten System arbeiten, bekommen wir trotzdem schlechte Ergebnisse.  Gewinn-Gewinn-Systeme schaffen eine Umgebung, die Gewinn-Gewinn-Leistungsvereinbarungen unterstützt und verstärkt.

5) Prozesse

Für Menschen und Organisationen, die nach Gewinn-Gewinn-Lösungen suchen, ist das Harvard-Konzept der Harvard Professoren Roger Fisher und William Ury ein empfehlenswerter Prozess, um Verhandlungen für alle Beteiligten zu erlangen.  

Das Harvard-Konzept gliedert sich in folgende vier Stufen:

1. Menschen und ihre Interessen (die Sachfragen) getrennt voneinander betrachten

2. Auf die Interessen der Beteiligten konzentrieren und nicht auf ihre Positionen

3. Ergebnisse bestimmen, die in einer ganz und gar annehmbaren Lösung zum Tragen kämen

4. Neue Optionen finden, um diese Ergebnisse zu erreichen

Der Merksatz zum Harvard-Konzept lautet:
„Hart in der Sache, weich zu den Menschen.“

Gewinn-Gewinn-Denken entstammt einem integeren, reifen Charakter und einer Mentalität der Fülle. Es erwächst aus Beziehungen mit hohem Vertrauen. Es ist enthalten in Vereinbarungen, die Erwartungen wie Leistung klären und managen. Es gedeiht in unterstützenden Systemen. Und es wird durch den Prozess erreicht, der ausführlich bei der 5. und 6. Gewohnheit beschrieben wird.  

5. Erst verstehen, dann verstanden werden: Prinzipien der einfühlenden Kommunikation

5. Erst verstehten - dann verstanden werden
Erst verstehten – dann verstanden werden

Der Schlüssel zu effektiver zwischenmenschlicher Kommunikation lautet: „Erst verstehen, dann verstanden werden“. Das scheint eindeutig zu sein, jedoch versäumen wir es oft, uns Zeit für ein wirkliches Verständnis der Realität unseres Gesprächspartners zu machen. Wir neigen zur Tendenz schnell dazwischenzufunken und gut gemeinte Ratschläge zu geben, welche jedoch aus unserem Modell der Welt entstammen. Sehr oft sind diese von uns gut gemeinten Ratschläge jedoch nicht angemessen für das Modell der Welt unseres Gesprächspartner.  

Charakter und Kommunikation

Die vier Grundformen der Kommunikation:

Die vier Grundformen der Kommunikation
Die vier Grundformen der Kommunikation

Lesen, Schreiben, Sprechen und Zuhören sind die vier Grundformen der Kommunikation. Einen Großteil unserer Wachzeit besteht aus Kommunikation. Viele Jahre verbringen wir damit schreiben, lesen und sprechen zu lernen. Im Verhältnis dazu verbringen wir jedoch vergleichsweise wenig Zeit das Zuhören richtig zu lernen. Wer effektiv interagieren und Menschen beeinflussen will, muss lernen einfühlsam zuzuhören. Nur wenn sich Menschen uns gegenüber öffnen und ihre einzigartige Situation ihrer Gefühle wiedergeben, können wir ihnen einfühlsame Ratschläge geben. Andernfalls ist das, was wir sagen schön und gut, doch es betrifft sich nicht. Die Fähigkeit des einfühlsamen Zuhören muss daher auf der Grundlage des Charakters aufbauen, welcher zu Offenheit und Vertrauen anregt.  Es müssen Einzahlungen auf des emotionale Beziehungskonto vorgenommen werden, sodass ein Austausch von Herz zu Herz möglich wird. 

Einfühlendes Zuhören

Erst Verstehen bedeutet einen tiefen Paradigmenwechsel. Meist wollen wir erst verstanden werden. Die Leute haben beim Zuhören nicht die Absicht zu verstehen, sondern zu antworten. Entweder sie sprechen oder sie bereiten sich darauf vor, zu sprechen. Sie filtern alles durch ihre eigenen Paradigmen und lesen ihre eigene Autobiografie im Leben anderer.

Wenn jemand redet, „hören“ wir auf einen der folgenden Ebenen „zu“:

1. Ignorieren:Wir hören dem anderen gar nicht wirklich zu und ignorieren ihn.

2. Vortäuschendes Zuhören:Wir tun so, als ob wir zuhören.

3. Selektives Zuhören:Wir hören selektiv zu und nehmen nur bestimmte Teile des Gesprächs wahr.

4. Aufmerksames Zuhören:Wir hören aufmerksam zu und konzentrieren unsere Energie auf das Gespräch.

5. Einfühlendes Zuhören:Wir hören einfühlend zu mit der Absicht zu verstehen. 

Die höchste Ebene des Zuhörens, das einfühlenden Zuhörens, verwirklichen überhaupt nur ganz wenige von uns. Einfühlendes Zuhören führt einen in den Bezugsrahmen des anderen. Aus dem können wir herausschauen, die Welt so sehen, wie sie der andere sieht, sein Paradigma und seine Gefühle verstehen. Kommunikationsexperten gehen davon aus, dass überhaupt nur zehn Prozent unserer Kommunikation über Worte vermittelt werden. Weitere 30 Prozent machen unsere Töne aus, und die anderen 60 Prozent kommen körpersprachlich zum Ausdruck. Bei einfühlendem Zuhören benutzen wir  zwar auch die Ohren, noch wichtiger ist aber, dass wir auch mit den Augen und dem Herzen hören. Wir lauschen dem Gefühl, dem Sinn. Wir erspüren das Verhalten. Wir benutzen die rechte Gehirnhälfte ebenso wie die linke Gehirnhälfte. Wir spüren, wir erfassen, wir fühlen. 

Einfühlendes Zuhören verleiht uns Kraft, da es uns genaue Daten liefert, mit denen wir arbeiten können. Statt unsere eigene Autobiografie zu projizieren und Gedanken, Gefühle, Motive und Interpretationen zu unterstellen, gehen wir mit der Realität im Kopfe und Herzen des anderen um. Wir hören zu, um zu verstehen. Wir sind darauf ausgerichtet, die tiefe Kommunikation einer anderen menschlichen Seele zu empfangen. Einfühlendes Zuhören ist schon aus sich selbst heraus eine beachtliche Einzahlung auf das emotionale Beziehungskonto. Es ist zutiefst therapeutisch und heilend, denn es gibt dem Menschen “psychische Luft”. Wenn dieses vitale Bedürfnis erfüllt ist, können Sie sich darauf konzentrieren, Einfluss zu nehmen oder Probleme zu lösen

Erst die Diagnose, dann das Rezept

Ohne das Vertrauen in die Diagnose eines Arztes, werden wir auch nicht dem Rezept vertrauen können. 

Das Prinzip erst verstehen, dann verstanden werden, ist ein richtiges Prinzip, das sich in allen Lebensbereichen ganz offensichtlich zeigt. Es ist ein allgemeines Prinzip, aber es gilt am stärksten auf dem Gebiet der zwischenmenschlichen Beziehungen.

Vier autobiografische Antworten

Da wir oft autobiografisch zuhören, neigen wir zu einer der vier Arten von autobiografischen Antworten:

WERTEN:wir stimmen entweder zu oder sind anderer Ansicht

SONDIEREN: wir stellen aus unserem eigenen Bezugsrahmen heraus Fragen

BERATEN: wir geben einen Rat, der auf unserer eigenen Erfahrung beruht

INTERPRETIEREN: wir versuchen die Motive und das Verhalten anderer, aus unserem eigenen zu erklären.  

Die Fähigkeiten des einfühlenden Zuhörens bildet einen wichtigen Bestandteil aller Gewohnheiten. Wir brauchen diese Fähigkeiten. Sie wird allerdings nur dann besonders effektiv sein, wenn sie aus dem aufrichtigen Wunsch zu verstehen kommen.

Manche Leute haben den Einwand, dass einfühlendes Zuhören zu viel Zeit brauche. Das mag anfangs zutreffen, aber langfristig spart es viel Zeit. Einfühlendes Zuhören braucht seine Zeit, aber nicht annähernd so viel, wie es kostet, Missverständnisse zu klären und auszubügeln, wenn die Dinge schon ihren Lauf genommen haben, sie zu wiederholen, mit ungelösten und unausgesprochenen Problemen zu leben, mit den Ergebnissen des Mangels an „psychischer Luft“ umzugehen. Ein differenzierender, einfühlender Zuhörer kann schnell heraushören, was sich tief drinnen abspielt. Wenn er Akzeptanz und Verständnis zeigt, fühlt sich der andere sicher genug, um sich Schicht für Schicht bis zu dem weichen inneren Kern zu öffnen, in dem das Problem wirklich liegt.

Versuche dann, verstanden zu werden

Zu wissen, wie man verstanden wird, ist die andere Hälfte des 5. Weges und sie ist ebenso entscheidend, wenn man zu Gewinn/Gewinn-Lösungen gelangen will. Reife haben wir als Ausgewogenheit von Mut und Rücksicht definiert. Verstehen zu wollen, erfordert Rücksicht, verstanden werden zu wollen, Mut.

Die drei zentralen Begriffe ethos, pathos und logos der griechischen Philosophie enthalten die Essenz dessen, dass man erst verstehen wollen und dann effektiv darstellen muss.

Ethos ist unsere persönliche Glaubwürdigkeit, der Glaube, den Menschen in unsere Integrität und Kompetenz haben. Es ist das Vertrauen, das wir erzeugen, unser emotionales Beziehungskonto.  Pathos ist die einfühlende Seite – das Gefühl. Es bedeutet, dass wir auf die emotionale Stoßrichtung in der Kommunikation eines anderen eingestimmt sind.  Logos ist der logische, verstandesmäßige Teil der Darstellung.

Beachtenswert ist die Reihenfolge: Ethos, Pathos, Logos – Unser Charakter, unsere Beziehungen und dann die Logik unserer Darstellung. Das bedeutet einen weiteren wesentlichen Paradigmenwechsel. Die meisten Leute bedienen sich bei ihren Aussagen direkt des Logos, der linkshemisphärischen Logik ihres Gehirns. Sie versuchen, andere von der Gültigkeit ihrer Logik zu überzeugen, ohne zuvor Ethos und Pathos zu berücksichtigen.

Wenn wir einander wirklich verstehen, öffnen wir kreativen Lösungen und dritten Alternativen die Tür. Unsere Unterschiede sind keine Stolpersteine für Kommunikation und Fortschritt mehr. Stattdessen werden sie zu Sprossen auf der Leiter zu mehr Synergie.

6. Synergien schaffen: Prinzipien der kreativen Kooperation

6. Synergien schaffen – Pinzipien der kreativen Kooperation
6. Synergien schaffen – Pinzipien der kreativen Kooperation

Synergie beduetet, dass das Ganze größer als die Summe der Teile ist. Die Beziehungen unter den Teilen sind selbst ein Teil und zwar oft der fruchtbarste und aufregendste Teil.

Synergie und Kommunikation

Wenn eine Gruppe zusammenwächst und gegenseitiger Respekt herrscht, können Meinungsverschiedenheiten statt mit Widerstand und Abwehr, mit einem echten Bemühen um das Verstehen gelöst werden. Eine synergetische Kommunikation bei Meinungsverschiedenheiten könnte dann mit folgender Geisteshaltung ablaufen: „Wenn jemand von Ihrer Intelligenz, Kompetenz und Verpflichtung anderer Meinung ist als ich, muss es darin etwas geben, was ich nicht verstehe, und das muss ich verstehen. Sie haben eine Perspektive, einen Bezugsrahmen, den ich mir ansehen muss.“

Der Zusammenhang zwischen Vertrauen und den verschiedenen Kommunikationsebenen ist entscheidend:

Defensive Kommunikation ist durch wenig Vertrauen, offiziöse Sprache und defensives Verhalten gekennzeichnet. Diese Art der Kommunikation führt zu Gewinn/Verlust oder Verlust/Verlust.

Respektvolle Kommunikation ist durch Respekt und eine gewisse Reife gekennzeichnet. Konfrontationen werden vermieden. Es wird höflich, jedoch nicht einfühlend kommuniziert. Es wird einander vielleicht intellektuell verstanden, doch die Paradigmen und Annahmen werden nicht wirklich verstanden. Respektvolle Kommunikation funktioniert in unabhängigen und auch interdependenten Situationen. Das kreative Potential wird allerdings nicht genutzt. Ein typisches Merkmal von respektvoller Kommunikation sind Kompromisse, die allerdings lediglich eine niedrige Form von Gewinn/Gewinn darstellt.

Synergetische Kommunikation ist durch ein hohes Maß an Vertrauen, Kreativität und einfühlendem Zuhören geprägt. In einem kreativen Prozess werden die besten Lösungen für alle Parteien produziert. Es entsteht eine Kultur, die aus sich selbst heraus befriedigend ist. Das Ergebnis ist Gewinn/Gewinn oder unter einigen Bedingungen „kein Geschäft“, doch selbst in diesen Fällen wird es meistens eher zu einem effektiveren Kompromiss kommen.  

Nach der dritten Alternative suchen Synergetische Kommunikation ermöglicht die Verbindung von scheinbar gegenüberliegenden Positionen. Das Problem wird gemeinsam von einer Seite aus betrachtet. Mit dem Verständnis über die Bedürfnisse des anderen wird zusammen nach einer dritten Alternative gesucht. Es wird so lange kommuniziert, bis eine Lösung gefunden ist, mit der sich die alle Beteiligten wohl fühlen und die besser ist als die ursprünglichen Lösungen. Sie ist besser als ein Kompromiss, denn es handelt sich um eine synergetische Lösung, welche zugleich die Beziehung stärkt.

Die Unterschiede wertschätzen Um Synergien wirksam nutzen zu können, ist es notwendig die mentalen, emotionalen und psychischen Unterscheide zwischen den Menschen wertzuschätzen. Diese Wertschätzung der Unterschiede basiert auf der Erkenntnis, dass jeder Mensch, die Welt nicht so sieht wie sie ist, sondern so wie er ist. Wer wirklich effektiv sein will, hat die Bescheidenheit und Ehrfurcht, seine eigenen Wahrnehmungsgrenzen anzuerkennen und die reichen Ressourcen zu schätzen, die durch Interaktion mit den Herzen und Köpfen anderer Menschen verfügbar werden. Er wertschätzt die Unterschiede, da sie zu seinem Wissen und seinem Verstehen der Wirklichkeit beitragen. Wenn wir ganz unseren eigenen Erfahrungen überlassen sind, leiden wir beständig an Datenmangel.

Kraftfeld-Analyse Das Modell der „Kraftfeld-Analyse“ wurde von dem Soziologen Kurt Lewin entwickelt. Es definiert jede bestehende Leistungs- und Seinsebene als ein Zustand des Gleichgewichts zwischen den treibenden Kräften und den hemmenden Kräften.

Treibende Kräfte sind im Allgemeinen positiv, vernünftig, logisch, bewusst und ökonomisch. Hemmende sind dagegen oft negativ, emotional, unlogisch, unbewusst und sozial/psychisch. Die treibenden Kräfte zu stärken, mag eine Weile gute Ergebnisse bringen. Aber solange die hemmenden Kräfte vorhanden sind, wird es immer schwieriger. Wenn wir mit der Absicht erst zu verstehen, dann verstanden zu werden und mit der Fähigkeit des Gewinn-Gewinn-Denkens und die Interaktion der Synergien schaffen nutzen, können wir die hemmenden Kräfte sogar oft in treibende Kräfte transformieren. 

Die ganzer Natur ist synergetisch

Ökologie ist ein Wort, das letztendlich die Schaffung von Synergie in der Natur beschreibt – alles steht in Beziehung zu allem anderen. Die wahre Kraft der sieben Gewohnheiten liegt nicht in den einzelnen Gewohnheiten selbst, sondern in ihrer Beziehung zueinander. Synergie funktioniert und ist Effektivität in einer interdependenten Realität. Sie ist die krönende Leistung aller bisherigen Prinzipien.

7. Die Säge schärfen: Prinzipien der ausgewogenen Selbst-Erneuerung

7. Die Säge schärfen – Prinzipien der ausgewogenen Selbst-Erneuerung
7. Die Säge schärfen – Prinzipien der ausgewogenen Selbst-Erneuerung

Die Säge schärfen betrifft die persönlichen Produktionskapazitäten, die Erhaltung und Mehrung unseres wichtigsten Kapitals – und das sind wir selbst. Dieser Weg dient der Erneuerung der vier Dimensionen unseres Seins – der physischen, der spirituellen, der mentalen und der sozial/emotionalen.

Vier Dimensionen der Erneuerung„Die Säge schärfen“ bedeutet im Grunde alle vier Dimensionen unseres Seins zu trainieren – regelmäßig und konsistent, in weiser und ausgewogener Form.

Dazu müssen wir pro-aktiv sein. Sich die Zeit zum Schärfen der Säge zu nehmen, ist ganz eindeutig eine Quadrant-II-Aktivität, und dieser Quadrant verlangt, dass wir handeln. Quadrant I hingegen beherrscht und zwingt uns durch seine Dringlichkeit, zu reagieren, er setzt uns ständig unter Druck. Wir müssen für ein persönliches P/PK-Gleichgewicht sorgen, bis es zu einer Art gesunder Sucht wird. Da es im Zentrum unseres Einflussbereichs steht, kann das niemand anders für uns machen – wir müssen es selbst für uns tun. Dabei handelt es sich um die größte Einzelinvestition, die wir im Leben vornehmen können – in uns selbst zu investieren. Wir sind die Instrumente unserer eigenen Leistung, und um effektiv zu sein, müssen wir erkennen, wie wichtig es ist, uns regelmäßig die Zeit zu nehmen, unsere Säge in allen vier Bereichen zu schärfen.

Die physische Dimension
Zur physischen Dimension gehört, dass wir effektiv für unseren Körper sorgen – uns richtig ernähren, ausreichend Ruhe und Entspannung haben und uns regelmäßig Bewegung verschaffen. Körperliche Bewegung ist eine von den sehr wirksamen Aktivitäten in Quadrant II, die die meisten von uns deswegen vernachlässigen, weil sie nicht dringlich ist. Und da wir das tun, finden wir uns früher oder später in Quadrant I wieder, wo wir es mit den gesundheitlichen Problemen und Krisen zu tun haben, die ein natürliches Ergebnis dieser Vernachlässigung sind.

Körperliche Fitness ist eine Quadrant-II-Aktivität, die phänomenale langfristige Ergebnisse bringen wird. Dazu können wir jeden fragen, der regelmäßig Sport treibt. Wenn wir die Fähigkeit unseres Körpers vergrößern, anstrengendere Dinge zu tun, werden wir feststellen, dass die normalen Aktivitäten viel angenehmer und leichter werden, da wir nicht nur unseren Körper, sondern vor allem auch unsere Willenskraft trainieren. Wenn der Wert „physisches Wohlbefinden“ unser Handeln bestimmt, anstatt dass wir auf all die Kräfte reagieren, die uns vom Sport abhalten, wird das zutiefst unser Paradigma von uns selbst, unsere Selbstachtung, unser Selbstvertrauen und unsere Integrität beeinflussen. Körperliche Bewegung wird daher die 1. Gewohnheit: Pro-Aktivität verstärken.

Die spirituelle Dimension
Die spirituelle Dimension ist der Kern unseres eigenen Wertesystems. Dies ist ein sehr privater und äußerst wichtiger Lebensbereich. Er zapft die Quellen an, die uns inspirieren und erheben, und verbindet uns mit den zeitlosen Wahrheiten der gesamten Menschheit. Das kann man auf vielerlei Weise erreichen, zum Beispiel durch Gebete oder Meditation. Manchen Menschen bringt auch ein Eintauchen in große Literatur oder Musik eine ähnliche Erneuerung der Seele. Andere finden sie in der Art, wie sie mit der Natur kommunizieren. Die Natur schenkt allen, die sich ihr öffnen, ihren eigenen Segen. Wenn wir den Krach und die Misstöne der Stadt hinter uns und uns in die Harmonie und den Rhythmus der Natur fallen lassen können, kommen wir erneuert zurück.

Für die spirituelle Erneuerung müssen wir Zeit investieren. Sie ist aber eine Quadrant-II-Aktivität, für deren Vernachlässigung wir keine Zeit haben. Es handelt ist also um keine mechanische Pflicht, sondern eine Kraftquelle, die Energien freisetzte und vervielfacht. Die Idee ist: Wenn wir uns die Zeit nehmen, das Führungszentrum unseres Lebens – das, was letztendlich der Sinn unseres Lebens ist – zu ergründen, breitet es sich wie ein Schirm über alles andere aus. Es erneuert und erfrischt uns, besonders wenn wir uns wieder darauf verpflichten.

Deshalb ist ein persönliches Leitbild so ungeheuer wichtig. Wenn wir unser Zentrum und unseren Zweck wirklich verstehen, können wir uns immer wieder damit befassen und uns darauf verpflichten. Bei unserer täglichen spirituellen Erneuerung können wir die Geschehnisse des Tages im Einklang mit diesen Werten visualisieren und ausleben. Die spirituelle Dimension zu erneuern, verleiht Ihrem Leben Führung. Das hat viel mit der 2. Gewohnheit: Schon am Anfang das Ende im Sinn haben zu tun.

Die mentale Dimension
Sobald die äußere Disziplin der formalen Ausbildung wegfällt, lassen viele Menschen ihren Geist verdorren. Wir lesen keine Bücher mehr und erforschen keine wirklich neuen Themen außerhalb des Tätigkeitsbereichs. Stattdessen verbringen wir unsere Zeit vor dem Fernseher. Es handelt sich um den mächtigsten sozialisierenden Einfluss in unserem Leben. Und wenn wir fernsehen, sind wir all den Werten ausgesetzt, die das Programm vermittelt. Das kann uns auf sehr subtile und unmerkliche Weise stark beeinflussen. Weisheit im Umgang mit dem Fernsehen erfordert das effektive Selbstmanagement der 3. Gewohnheit: Das Wichtigste zuerst.

Wie der Körper, ist auch das Fernsehen ein guter Diener, aber ein schlechter Herr. Wir müssen die 3. Gewohnheit verinnerlichen, um bei der Verwirklichung unseres Leitbilds durch effektives Selbstmanagement alle Ressourcen auszuschöpfen.  Bildung – eine ständige Bildung, eine kontinuierliche Schärfung und Erweiterung unseres Verstands – ist die lebenswichtige mentale Erneuerung.

Lesen: Es gibt keinen besseren Weg, fortlaufend den Geist zu erweitern, als es sich zur Gewohnheit zu machen, regelmäßig gute Literatur zu lesen. Das ist eine weitere wirkungsvolle Quadrant-II-Aktivität. Wir können in die besten Köpfe, die es heute gibt oder je in der Welt gegeben hat, hineinschlüpfen. Wir sollten mit einem Buch pro Monat beginnen, dann eines alle vierzehn Tage und schließlich eins pro Woche.  „Wer nicht liest, ist nicht besser dran als einer, der nicht lesen kann.“

Schreiben: Schreiben ist eine weitere wirksame Möglichkeit die geistige Säge zu schärfen. Ein Tagebuch über unsere Gedanken, Erfahrungen, Einsichten und Lernerfolge zu führen, fördert die geistige Klarheit, Genauigkeit und Einsicht in die Zusammenhänge. Auch gute Briefe zu schreiben – auf der tieferen Ebene der Gedanken, Gefühle und Vorstellungen zu kommunizieren, statt auf der oberflächlichen von Ereignissen, beeinflusst unsere Fähigkeit, klar zu denken, etwas vernünftig zu erörtern und effektiv verstanden zu werden.

Organisation und Planung: Andere Formen der mit der 2. und 3. Gewohnheit verbundenen mentalen Erneuerung sind Organisation und Planung: schon am Anfang das Ende im Sinn haben und mental in der Lage sein, dieses Ziel durch entsprechende Organisation zu erreichen; die Visualisierungs- und Vorstellungskraft des Verstandes trainieren, um schon von Anfang an das Ziel und auch die ganze Reise – nicht unbedingt in Form der einzelnen Schritte, aber doch zumindest in Form der Prinzipien – sehen zu können.

Das Schärfen der Säge in den ersten drei Dimensionen – der physischen, der spirituellen und der mentalen – ist der  »tägliche private Erfolg«. Dafür sollten wir jeden Tag eine Stunde aufwenden – eine Stunde am Tag, unser ganzes Leben lang!

Die sozial/emotionale Dimension
Die sozial/emotionale Dimension gehört zur 4., 5. und 6. Gewohnheit und ist auf die Prinzipien von zwischenmenschlicher Führung, einfühlender Kommunikation und kreativer Kooperation ausgerichtet. Die sozialen und emotionalen Dimensionen unseres Lebens sind miteinander verknüpft, da sich unser emotionales Leben primär, wenn auch nicht ausschließlich, aus unseren Beziehungen zu anderen entwickelt und sich in ihnen manifestiert. Um unsere sozial/emotionale Dimension zu erneuern, brauchen wir nicht auf dieselbe Weise Zeit einzuplanen, wie wir es bei den anderen Dimensionen tun müssen. Wir können es in unseren alltäglichen Interaktionen mit anderen Menschen tun.

Wenn wir mit einer wichtigen Schlüsselperson unseres Lebens zusammenarbeiten, miteinander kommunizieren, einen entscheidenden Punkt besprechen, gemeinsam einen Zweck erreichen oder ein Problem lösen müssen, wir aber nicht durch die gleiche Brille, sondern die Dinge unterschiedlichen sehen, dann werden wir mit Hilfe der 4., 5. und 6. Gewohnheit den öffentlichen Erfolg erlangen. Wir praktizieren die 4. Gewohnheit: Gewinn-Gewinn-Denken, indem wir z.B. folgenden Vorschlag unterbreiten: „Ich habe gemerkt, dass wir diese Situation auf unterschiedliche Weise angehen. Warum vereinbaren wir nicht, miteinander zu kommunizieren, bis wir eine Lösung finden, mit der wir uns beide wohl fühlen? Wären Sie dazu bereit?“

Die meisten Leute würden das bejahen, sodass wir zur 5. Gewohnheit: erst verstehen, dann verstanden werden, übergehen und folgendes kommunizieren können. „Ich möchte Ihnen/Dir erst zuhören.“ Statt mit der Absicht zu antworten, hören wir einfühlend zu, um die Paradigmen wirklich eingehend zu verstehen, bis wir den anderen Standpunkt ebenso gut erklären können wie unser Gesprächspartner. Danach konzentrieren wir uns darauf unseren eigenen Standpunkt zu vermitteln, sodass wir verstanden werden können. Da wir nun wirklich den Standpunkt des Anderen verstehen und uns darauf verpflichtet haben, nach einer Lösung zu suchen, mit der wir uns beide wohl fühlen, können wir auf dieser Grundlage zur 6. Gewohnheit: Synergien schaffen, übergehen. Wir arbeiten zusammen daran, Lösungen vom Typ der dritten Alternative zu produzieren, die besser sind als jene, die jeder einzelne ursprünglich vorgeschlagen hatte. Der öffentliche Erfolg der 4., 5. und 6. Gewohnheit ist nicht primär eine Sache des Intellekts, sondern der Emotionen.

Innerer Friede stellt sich ein, wenn unser Leben im Einklang mit wahren Prinzipien und Werten steht – sonst nicht! Auch ein effektives interdependentes Leben verleiht uns intrinsische Sicherheit: das Wissen, dass es Gewinn/Gewinn-Lösungen gibt, dass das Leben nicht immer eine Frage von »entweder/oder« ist, dass man fast immer dritte Alternativen finden kann, die beiden zum Vorteil gereichen; dass wir aus unserem eigenen Bezugsrahmen heraustreten können, ohne ihn aufzugeben, dass wir andere Menschen wahrhaft verstehen können. Es gibt eine Sicherheit, die sich einstellt, wenn wir authentisch, kreativ und kooperativ mit anderen Menschen interagieren und diese interdependenten Gewohnheiten wirklich erfahren.

Ausgewogenheit in der Erneuerung
Der Selbsterneuerungsprozess muss gleichmäßige Erneuerung in allen vier Dimensionen unserer Natur einschließen: in der physischen, der spirituellen, der mentalen und der sozial/emotionalen. Obwohl eine Erneuerung in jeder einzelnen Dimension wichtig ist, wird sie erst dann optimal effektiv, wenn wir mit allen vier Dimensionen weise und ausgewogen umgehen. Ein Gebiet zu vernachlässigen, hat negative Auswirkungen auf die anderen. Dies gilt sowohl für Organisation als auch für das individuelle Leben. 

In einer Organisation kommt die physische Dimension in ökonomischen Begriffen zum Ausdruck. Die mentale Dimension hat mit dem Erkennen, der Entwicklung und der Verwendung von Talent zu tun. Die sozial/emotionale Dimension betrifft die menschlichen Beziehungen und die Art, wie man mit anderen umgeht. Und in der spirituellen Dimension geht es darum, durch den Unternehmenszweck oder unternehmerische Beiträge und organisatorische Integrität Sinn und Bedeutung zu finden.

Effektivität erfordert individuell sowie in Organisationen die weise und ausgewogene Entwicklung und Erneuerung aller vier Dimensionen. Jede Dimension, die vernachlässigt wird, wird negativen Kraftfeld-Widerstand schaffen, der gegen Effektivität und Wachstum wirkt. Organisationen und Individuen, die jede dieser vier Dimensionen mit ihren Grundsätzen anerkennen, erstellen damit einen starken Rahmen für ausgewogene Erneuerung.

Synergie in der Erneuerung
Ausgewogene Erneuerung ist optimal synergetisch. Was wir in irgendeiner Dimension tun, um die Säge zu schärfen, hat positiven Einfluss auf die anderen, da sie stark miteinander verbunden sind. Unsere physische Gesundheit hat Auswirkungen auf unsere mentale Gesundheit; Unsere spirituelle Kraft beeinflusst unsere sozial/emotionale Kraft. Wenn wir uns in einer Dimension verbessern, steigern wir auch die Fähigkeiten in den anderen Dimensionen.

Je pro-aktiver wir sind (1. Gewohnheit), desto effektiver können wir in unserem Leben persönliche Führung (2. Gewohnheit) und Management (3. Gewohnheit) meistern. Je effektiver wir unser Leben managen (3. Gewohnheit), desto mehr erneuernde Quadrant-II-Aktivitäten können wir ausüben (7. Gewohnheit). Je mehr wir erst zu verstehen suchen (5. Gewohnheit), desto effektiver können wir auf synergetische Gewinn/Gewinn-Lösungen zusteuern (4. und 6. Gewohnheit). Je besser wir eins der Prinzipien beherrschen, die zu Unabhängigkeit führen (1., 2. und 3. Gewohnheit), desto effektiver werden wir in interdependenten Situationen sein (4., 5. und 6. Gewohnheit). Erneuerung (7. Gewohnheit) ist der Prozess, all die Gewohnheiten zu erneuern.

Die aufwärts gerichtete Spirale

Erneuerung ist das Prinzip, das uns dazu befähigt, uns auf einer aufwärts gerichteten Spirale des Wachstums und der Veränderung, der ständigen Verbesserung, zu bewegen. Wenn wir uns auf der aufwärts gerichteten Spirale nach oben bewegen wollen, müssen wir auf immer höheren Ebenen lernen, uns verpflichten und handeln. Wenn wir glauben, irgendeine von ihnen reiche aus, machen wir uns etwas vor. Um weiter voranzukommen, müssen wir lernen, uns verpflichten und handeln – lernen, uns verpflichten und handeln – und immer wieder lernen, uns verpflichten und handeln. Es gilt das Gesetz der Ernte: Wir werden immer ernten, was wir gesät haben – nicht mehr und nicht weniger.

Wachstumsimpulse

Was du Wachstumsimpulse konkret umsetzen kannst

1. Pro-Aktivität:

Auf Sprache achten: Identifiziere reaktive und pro-aktive Sprachmuster

Zukünftige Situation durchspielen: Betrachte Situationen, in die du demnächst geraten könntest, im Kontext des Einflussbereiches und der Pro-Aktivität. Wie kannst du pro-aktiv handeln. Erschaffe dir innerlich ein lebhaftes Bild. Denke an das Entscheidungsfeld aus dem proaktiven Reiz-Reaktions-Modell.

Einflussbereich erkennen: Nimm dir ein Problem aus deinem Berufs- oder Privatleben und bestimme zunächst ob es deiner direkten, indirekten oder keiner Kontrolle durch dir unterliegt. Überlege dir den ersten Schritt, den du in in deinem Einflussbereich vollziehen kannst und mache dann diesen Schritt:

2. Schon am Anfang das Ende im Sinn haben (Zielfoto):

Persönliches Leitbild erschaffen: Nimm dir Zeit dein persönliches Leitbild zu formulieren. Sammle Notizen, Zitate, Gedanken, die dir beim Schreiben deines persönlichen Leitbildes nützlich sein können.

Zielfoto: Wähle ein Projekt aus, das demnächst auf dich zukommt und wende das Prinzip der ersten Phase des Schaffens an. Schreibe dir auf, welche Ergebnisse du dir wünschst und welche Schritte dorthin führen.

Familien- & Gruppenleitbilder: Erzähle deiner Familie oder (Arbeits-)Gruppe von den Prinzipien des zweiten Weges und schlage vor gemeinsam ein ein Familien- bzw. Gruppen-Leitbild zu entwerfen.

3. Das Wichtigste zuerst („First things first“):

Quadrant-II-Aktivitäten: Vernachlässigte Quadrant-II-Aktivitäten identifizieren, die einen bedeutenden Einfluss auf das persönliche und berufliche Leben hätten, wenn sie gut durchgeführt würden.

Zeitmanagement-Matrix: Schätze welchen Prozentsatz an Zeit du in jedem Quadranten verbringst. Überprüfe deine Schätzung anhand deiner Aktivitäten der vergangenen Woche.

Quadrant-II-Wochenplanung: Organisiere die nächste Woche unter Berücksichtigung von Quadrant-II-Aktivitäten für deine wichtigsten Lebensrollen und langfristigen Ziele. Verpflichte dich mit einer von dir fest bestimmten Zeit auf einer wöchentlichen Basis Quadrant-II-Aktivitäten einzuplanen. 

Quadrant-II-Wochenplanung: Organisiere die nächste Woche unter Berücksichtigung von Quadrant-II-Aktivitäten für deine wichtigsten Lebensrollen und langfristigen Ziele. Verpflichte dich mit einer von dir fest bestimmten Zeit auf einer wöchentlichen Basis Quadrant-II-Aktivitäten einzuplanen. 

4. Gewinn-Gewinn-Denken:

Hindernisse auflisten: Mache eine Liste der Hindernisse, die dich davon abhalten, das Gewinn/Gewinn-Paradigma häufiger anzuwenden. Bestimme, was du innerhalb deines Einflussbereichstun kannst, um diese Hindernisse auszuräumen.

Drei Schlüsselbeziehungen identifizieren: Schätze den jeweiligen Stand des emotionalen Beziehungskontos ein. Schreiben auf, wie du auf jedes emotionale Beziehungskonto beträchtliche Einzahlungen machen könntest.

Eigenes Verhaltensmuster reflektieren: Betrachte sorgfältig dein eigenes Verhaltensmuster. Ist es durch Gewinn/Verlust geprägt? Wie wirkt sich dein Verhaltensmuster auf deine Interaktionen mit anderen Menschen aus? Kannst du die Hauptquelle dieses Verhaltensmuster identifizieren? Entscheiden, ob dieses Verhaltensmuster in deiner gegenwärtigen Realität nützlich ist.

5. Erst verstehen, dann verstanden werden:

Näheres Umfeld einbeziehen: Erzähle jemanden aus deinem näherem Umfeld von dem Konzept des einfühlenden Zuhörens. Sage ihm oder ihr, dass du daran arbeiten willst einfühlsam zuzuhören und bitte um ein erstes Feedback nach 1-2 Wochen. 

Autobiographische Antworten identifizieren und abgewöhnen:  Wenn du dich dabei ertappst autobiografische Antworten (bewerten, sondieren, beraten oder interpretieren) zu geben, nutze die Gelegenheit eine Einzahlung auf das emotionale Beziehungskonto vorzunehmen, indem du dich für dein autobiografisches Antworten entschuldigst und einfühlsam zu verstehen versuchst. („Tut mir Leid. Ich habe gerade gemerkt, dass ich nicht wirklich zu verstehen versucht habe. Können wir noch mal anfangen?“)

Einfühlende Darstellung der Dinge: Bauen deine nächste Darstellung der Dinge auf Einfühlung auf. Beschreibe die andere Sichtweise so gut wie oder besser als ihre Befürworter; versuche dann deine Sichtweise aus dem Bezugsrahmen der anderen heraus verständlich zu machen.

6. Synergien schaffen:

Unterschiedliche Sichtweisen nutzen: Bitte jemand, der die Dinge meist anders sieht als du, um seine Meinung zu einem aktuellen Projekt oder Problem. Betrachte seine vermutlich stark abweichende Sichtweise als Impuls für alternative Lösungen. 

Unterschiede wertschätzen: Versuche bei der nächsten Auseinandersetzung und Meinungsverschiedenheit die zu Grunde liegenden Anliegen zu verstehen und wertzuschätzen.

Synergien fördern: Überlege dir eine Situation, in der du dir mehr Teamarbeit und Synergie wünscht. Welche Bedingungen müssten bestehen, um Synergie und zu unterstützen. Welchen Beitrag kannst du leisten, um diese Bedingungen zu schaffen.

7. Die Säge schärfen:

Körperlich in Form bleiben: Erstelle eine Liste von Aktivitäten, die dir helfen würden, gut in Form zu bleiben, die zu deinem Lebensstil passen und die du langfristig genießen kannst.

Mental und spirituell in Form bleiben: Erstelle ein Liste von Aktivitäten, mit denen du mental und spirituell in Form bleiben kannst.  

Soziale/emotionale Dimension verbessern: Erstelle eine Liste von Beziehungen, die du gerne verbessern möchtest. Überlege dir unter welchen Bedingungen, ein öffentlicher Erfolg zu größerer Effektivität führen würde.

Wöchentlich die Säge schärfen: Verpflichte dich, jede Woche spezifische Aktivitäten zum Schärfen der Säge in jeder der vier Dimensionen aufzuschreiben, auszuführen und deine Ergebnisse und Leistungen zu bewerten.

Danke für dein Interesse an Wachstumsimpulsen.
Bleibe neugierig. Glaube an dich. Inspiriere andere und habe eine gute Zeit.

Schönes Wachstum
Joachim

Weiterführende Links

Steven R. Covey Homepage

4 thoughts on “Buchzusammenfassung: Die Sieben Wege zur Effektivität

  1. Ich bin durch eine Erwähnung von Veit Lindau hier gelandet und geradezu berauscht von dieser tollen Struktur. 🙂 Auch wenn sie mich erst mal erschlägt. – Hast du eine gute Erst-Idee, wie ich als „Neuling“ mich zuerst (nicht gleich den höchsten Anspruch) in dieses Konzept einarbeiten kann. Im Moment bin ich gerade von meiner Chefin (die meine Qualität leider nicht zu schätzen weiß) in den Ruhestand verabschiedet worden.
    LG Ulrich

    1. Hallo Ulrich,

      danke für dein Kommentar.

      Einerseits tut es mir Leid für dich zu hören, dass deine Chefin deine Qualitäten nicht zu schätzen wusste. Andererseits wirst du bestimmt irgendwann zurückblicken und dankbar dafür sein können, da du jetzt (zwar gerade ungewollt) die Möglichkeit erhalten hast, dein Leben wieder neu auszurichten.

      Ganz unten im Blogbeitrag im Abschnitt „Wachstumsimpulse“ habe ich für alle der sieben Gewonhheiten konkrete Handlungsempfehlungen empfohlen

      Ich würde dir empfehlen mit Nr.1 Pro-Aktivität anzufangen und ganz bewusst reaktive Sprache durch pro-aktive Sprache zu ersetzen und dich auf deinen Einflussbereich zu konzentrieren.

      Ich werde mir demnächst wieder Zeit einplanen und eine Buchzusammenfassung von Dem Buch „The One Thing“ verfassen. Das Buch und der dazugehörige (englischsprachige) Podcast haben mein Leben unglaublich zum Positiven verbessert. Die in dem Buch beschriebenen Prinzipien, Konzepte und Tools sind so simpel und unglaublich effektiv, sodass ich das Hörbuch dieses Jahr schon 5x gehöhrt habe und es demnächst für die Buchzusammenfassung nochmal durcharbeiten will.

      Ich habe das Buch auch unter Ressourcen –> Büchern empfohlen.

      Ich würde mich sehr freuen, wenn das Buch auch solche großen Wachstumsimpluse bei dir auslöst, wie es bei mir geschehen ist.

      Bitte lass den Kopf nicht hängen und betrachte deine gegenwärtige Situation als Neuanfang und Chance.

      Liebe Grüße
      Joachim

  2. Sehr gut geschrieben, danke dafür!
    Das zu lesen war für mich und meinem Umfeld sehr wetvoll, inspirierend, erfüllend, glücklich machend :))

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